Die Aufgaben der an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen tätigen ChemikerInnen sind von größter Vielfalt und einem hohen Maß an multidisziplinärer Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Kunstgeschichte, Konservierung/Restaurierung, Fotografie, Museums- und Ausstellungstechnik, Bildung und Vermittlung und anderen musealen Berufen geprägt. Am Beispiel eines laufenden Bestandskatalog- und forschungsprojektes zur Venezianischen Malerei an der Alten Pinakothek wird aufgezeigt, wie materialanalytische und bildgebende Untersuchungsverfahren zu einem vertieften Verständnis des künstlerischen Werkprozesses, den spezifischen Besonderheiten von Malmaterialien aus verschiedenen Epochen sowie Alterungsprozessen und dem Erhaltungszustand eines Gemäldes beitragen.
Neben der kunsttechnologischen Forschung zu bestimmten Künstlern oder Künstlergruppen, der Unterstützung von Restaurierungsvorhaben oder von Echtheitsgutachten spielt die Zugänglichmachung und Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte im Rahmen von Ausstellungen, Führungen, digitalen Besucherformaten oder Datenbanken eine besondere Rolle mit ebenso großen Möglichkeiten wie Herausforderungen.
Leiterin Abteilung Konservierungsforschrung
Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte
Historische Kunststoffe und ihre Zersetzungsprodukte: Materialanalytik und Raumluftüberwachung am Deutschen Museum
Dr. Marisa Pamplona leitet die Abteilung Konservierungswissenschaft am Deutschen Museum, die sie 2014 ins Leben gerufen hat. Mittels analytischer Verfahren erforscht sie die Materialzusammensetzung, Herstellungsverfahren und Alterungsprozesse von Objekten – mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kunststoffen – und entwickelt präventive Konservierungsstrategien für die Museumssammlung. Darüber hinaus ist sie Co-Sprecherin des Leibniz-Forschungsnetzwerks Konservierung/Restaurierung und aktives Mitglied der Forschungsallianz Kulturerbe